18.07.2019 / 15:00 Uhr

 

Mehrere Petabytes an Daten im laufenden Betrieb der Uniklinik Ulm von der s.i.g. mbH umgezogen.


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Ein Petabyte, das sind 1024 Terabyte oder 1.073.741.824 Megabyte: Eine solch enorm große Menge an Daten auf ein neues Storage-System zu übertragen, gelingt nicht an einem Tag. Zumal auf den Speichersystemen des Universitätsklinikums Ulm nicht nur ein, sondern insgesamt XX Petabyte abgelegt sind. Diese Daten wurden jetzt über fast ein ganzes Jahr hinweg während des laufenden Betriebs auf eine neue Storage- und Backup-Infrastruktur migriert, die mit Unterstützung der s.i.g. mbH auf Basis der Systemfamilie Eternus von Fujitsu aufgebaut wurde.

Nach einer öffentlichen Ausschreibung gemäß der EVB-IT Richtlinien erhielt die s.i.g. mbH den Auftrag zur Lieferung und Installation sowie für den Service der neuen Storage-Systeme. Gemeinsam mit Fujitsu hatten die Neu-Ulmer IT-Spezialisten das beste Preis-/Leistungsverhältnis geboten. Zudem musste die neue Hardware auch besonderen Anforderungen genügen. Denn das Universitätsklinikum Ulm gehört zu den so genannten „Kritischen Infrastrukturen“ (KRITIS). Das bedeutet, dass sowohl die Sicherheit als auch die Verfügbarkeit der Daten hohen Ansprüchen genügen müssen.

Der Datenumzug startete im Sommer 2018. „Nachdem uns bewusst war, dass dies ein langer Prozess werden würde, gestalteten wir die Migration applikationsgesteuert. Das heißt, immer wenn eine Anwendung wenig zu tun hat, können Daten übertragen werden. Wird sie dagegen stark genutzt, stoppt der Umzug“, erläutert Ingo Rothamel, Abteilungsleiter IT-Infrastruktur am Universitätsklinikum Ulm, das Vorgehen. Deswegen wurde während des gesamten Zeitraums neben der neuen auch die alte Infrastruktur weiterbetrieben. „Um keine Daten zu verlieren, wurden während des Übergangs neue und alte Systeme parallel befüllt.

Die größten Datenmengen steuern an der Uniklinik Ulm die so genannten „Bildgebenden Systeme“ bei. Dazu gehören nicht nur die klassischen Röntgenaufnahmen, sondern auch die Aufnahmen aus den CT- und MRT-Systemen. Zu den großen Datenverursachern gehört daneben die Forschung.

„Die Genom-Entschlüsselung benötigt ausgesprochen viel Speicherplatz und stellt zudem besonders hohe Anforderungen an die Performance der Systeme. Denn Sequenzierer warten ungerne länger auf ihre Daten“, berichtet Ingo Rothamel.

Um die Sicherheit und Verfügbarkeit der Daten bestmöglich sicherzustellen, wurden die Storage-Systeme in ein zweites Rechenzentrum gespiegelt und geclustert, so dass ein komplettes RZ ausfallen könnte, ohne dass die Applikationen stillstehen. Das System ist in drei Schichten, den so genannten „Tiers“, aufgebaut: Zum Einsatz fünf Fujitsu Eternus-Systeme, die zusammen auf eine Kapazität von mehr als 5 PetaByte kommen.

„Als KRITIS-Einrichtung steht für uns neben dem Speicher natürlich auch das Thema Datensicherung im Fokus. Denn bei einem Ausfall müssen sämtliche Daten schnell wieder zur Verfügung stehen. Schließlich geht es hier um Menschenleben“, so Ingo Rothamel. Deswegen folgte der Erneuerung der Storagesysteme die der gesamten Backup-Umgebung. Neben einer ausgesprochen hohen Verfügbarkeit ist diese Lösung auch vergleichsweise wirtschaftlich im Betrieb und ist vor allem hoch skalierbar. „Die Brutto-Kapazität dieser Lösung kann bis zu sagenhaften 96 PetaByte ausgebaut werden. Maschinen mit einer derartigen Leistung sind auch für uns etwas Besonderes, denn solche ‚Boliden‘ kommen nur bei ausgesprochen hohen Kundenanforderungen zum Einsatz“, freut sich Eugen Straub, als s.i.g.-mbH Geschäftsführer verantwortlich für den Vertrieb.

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